Kooperation trägt erste Früchte

BNN 17.11.2018

Murgtal und Baiersbronn werben gemeinsam um Touristen / Übernachtungszahlen ausbaufähig

Gastgeberverzeichnis erscheint in zweiter Auflage

Von BNN Redaktionsmitglied Dominic Körner

Gaggenau/Murgtal. Die Mitglieder des Tourismus-Zweckverbands „Im Tal der Murg“ ziehen nach der eineinhalbjährigen Zusammenarbeit mit der Baiersbronn-Tourisitik eine positive Zwischenbilanz. „Wir erkennen deutlich Ihre Handschrift“, sagte Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus bei der Verbandsversammlung am Freitag in Richtung Patrick Schreib.

Der Baiersbronner Tourismusdirektor ist seit März 2017 in Personalunion Geschäftsführer des Zweckverbands „Im Tal der Murg“, in dem die Kommunen Gaggenau, Gernsbach, Forbach, Weisenbach und Loffenau ihre Tourismusaktivitäten bündeln. In seinem Strategiekonzept betont Schreib die touristischen Vorzüge des Murgtals. Er benennt aber auch Defizite – Leerstände, Verfall, Hotelmangel.

Noch immer gilt: Zwischen Gaggenau und Forbach liegt der Fokus auf dem Tagestourismus. Ausflügler zieht es ins Unimog-Museum, Rotherma oder in den Schwarzwald. Über Nacht bleiben die wenigsten – auch, weil es schlicht an Hotels mangelt. Was kann der Zweckverband dagegen tun? „Wir schaffen die Rahmenbedingungen für Investoren“, betont Weisenbachs Bürgermeister Toni Huber: „Ein gutes touristisches Angebot, eine gute Infrastruktur, gutes Marketing.“ Immerhin: Der „Grüne Baum“ in Weisenbach soll Anfang 2019 wiedereröffnet werden.

Damit das Murgtal über die Region hinaus bekannter wird, rühren Schreib und Kollegen auf Messen – auch im Ausland – kräftig die Werbetrommel. Ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis mit einer Auflage von 40 000 Exemplaren erscheint 2019 zum zweiten Mal. Auf 129 bilderstarken Seiten wirbt das Murgtal auf Deutsch, Englisch und Französisch für sich selbst: für Hotels, Gaststuben, Freizeitattraktionen, etwa Wandern auf der Murgleiter, und die reizvolle Natur. „Wir inszenieren die Sehnsuchtsorte des Murgtals“, erklärt Schreib. Dem Leser wird die Geschichte der Region vermittelt, die der Flößer, Papierindustrie und des Unimog.

Ein Hemmschuh bei der touristischen Entwicklung sind laut Florus bisweilen artenschutzrechtliche Bestimmungen. Er führt das Beispiel Gausbach an, wo die Realisierung einer Mountainbike-Strecke aus Naturschutzgründen auf der Kippe steht (die BNN berichteten). Die „hohen Hürden der Behörden“ seien für ihn „unverständlich“. Einstimmig abgesegnet wurden die Jahresrechnung 2017 und der Wirtschaftsplan 2019. Er sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von je 358 000 Euro vor. Die Umlage der Verbandsmitglieder beläuft sich auf 351 000 Euro, den Löwenanteil (jeweils 31,6 Prozent) tragen Gaggenau, Gernsbach und Forbach. Die Gemeinden Weisenbach und Loffenau beteiligen sich mit jeweils 2,6 Prozent. Erwartet wird ein Gewinn von rund 35 000 Euro.

BNN17112018

WANDERUNG MIT AUSSICHT: Die Murgleiter von Gaggenau bis zum Schliffkopf zählt zu den bekanntesten touristischen Attraktionen der Region. Im Bild der reizvolle Blick vom Dachstein hinab ins Murgtal. Foto: pr

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