Nationalpark-Zug fährt auch 2020 wieder

BNN 25.11.2019

Radexpress steht bei Ausflüglern hoch im Kurs

Von BNN Redaktionsmitglied Dominic Körner

Gaggenau/Forbach. Der Nationalpark-Express fährt 2020 wieder durch das Murgtal. Am Samstag, 18. Juli, bringt der Zug Ausflügler vom Rhein-Neckar-Kreis nach Forbach und Baiersbronn. Zwischenstation macht er unter anderem Karlsruhe, Rastatt und Gaggenau. Die Organisatoren sind der Arbeitskreis Tourismus/Freizeit in Gaggenau, die Gemeinden Forbach und Baiersbronn sowie der Nationalpark selbst. Sie wollen mit dem Sonderzug für Ausflüge in den Schwarzwald mit dem ÖPNV werben. Außerdem sollen die Gastgeber im Murgtal von dem Angebot profitieren.

Seine Premierenfahrt hatte der Express im vergangenen Juli. Im kommenden Jahr bieten Ranger zwei Mountainbike-Touren in den Nationalpark an. Sie beginnen in Baiersbronn. Am Ruhestein sieht man im Sonderzug eine „ideale Möglichkeit, um den ÖPNV als umweltfreundliche Mobilität mit dem Besuch des Nationalparks zusammenzubringen.“

Das Schutzgebiet hatte vor seiner Gründung 2014 in der Region heftige Proteste ausgelöst. Das hohe Verkehrsaufkommen im Höhengebiet ist allerdings kein parkspezifisches Problem. Besonders die Schwarzenbach-Talsperre und die Schwarzwaldhochstraße sind an Schönwetter-Wochenenden stark frequentiert. Ein groß angelegtes Verkehrskonzept soll dazu beitragen, dass sich die Situation künftig entspannt. Es sieht unter anderem die Einführung zusätzlicher Regionalbus-Linien vor, etwa zwischen Baden-Baden und Freudenstadt.

„Wir wollen die Menschen dazu motivieren, den Nationalpark mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen“, sagt Patrick Schreib. Der Baiersbronner Tourismus-Chef räumt allerdings ein, dass die Resonanz auf den ersten Nationalpark-Express verhalten ausgefallen ist – wenn auch wetterbedingt. Der klassische Radexpress, der regelmäßig an Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober auf der Strecke verkehrt, werde gut angenommen. Nach Angaben der Deutschen Bahn hat er die höchste Auslastung aller Radzüge im Land. Das Verkehrsministerium hält ihn für ein „Aushängeschild und Leuchtturmprojekt“.

BNN25112019OPTIMISTISCH: Tourismusdirektor Patrick Schreib.

Patrick Schreib setzt deshalb darauf, dass der Nationalpark-Express auch für die Murgtäler Gemeinden ein Gewinn wird. Die Ausflügler, überwiegend Tagestouristen, könnten durch die Fahrt die Region kennenlernen – und wiederkommen. „Einige dürften auch in die Gasthäuser einkehren“, hofft Schreib. Nach seiner Erfahrung zieht es die meisten Menschen nicht wegen des Nationalparks in den Schwarzwald, sondern wegen der Region selbst. Dennoch entfalte der Park immer mehr sein touristisches Potenzial: „Wir spüren, dass er da ist.“ Die Zahl der Ausflügler, die sich für das Schutzgebiet interessieren, habe zugenommen. „Allein der Name sorgt für Aufmerksamkeit“, ist Schreib überzeugt.

Einen weiteren Anstieg verspricht sich der Baiersbronner Tourismusdirektor von der Eröffnung des Besucherzentrums auf dem Ruhestein, die für den Herbst 2020 geplant ist. Im darauffolgenden Sommer soll auch das Nationalpark-Haus im alten „Rossstall“ in Herrenwies in Betrieb gehen.

Die Gemeinde Forbach hatte sich an der ersten Auflage des Nationalpark-Express mit einem Bus-Service vom Gausbacher Bahnhof zum Ausgangspunkt zweier geführter Wanderungen in Hundsbach beteiligt. „Ich kann mir vorstellen, dass der Nationalpark-Express künftig ein- bis zweimal jährlich fährt“, hatte der Forbacher Organisator Thomas Hudeczek seinerzeit erklärt. Aber: „Er muss natürlich auch angenommen werden.“

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