Ausflügler sollen ihr Auto stehen lassen

BNN 17.04.2019

Erster Nationalpark-Express durch das Murgtal

Geführte Touren für Wanderer und Radfahrer

Von BNN Redaktionsmitglied Dominic Körner

Murgtal. Premiere für den Nationalpark-Express: In diesem Sommer rollt erstmals ein Zug durch das Murgtal, der Ausflügler gezielt zu geführten Touren in den Schwarzwald bringt. Damit will die Tourismusregion das Bahnangebot in den Park bewerben. Die Fahrt mit Start in Ludwigshafen ist in dieser Form zunächst eine einmalige Sache, könnte sich aber in den kommenden Jahren etablieren. Organisatoren sind der Arbeitskreis Tourismus/Freizeit in Gaggenau, die Gemeinden Forbach und Baiersbronn sowie der Nationalpark selbst.

Das Vorbild ist der Radexpress, der von Mai bis Oktober durch das Murgtal fährt. Geplant sind zwei Wanderungen in Forbach und eine Radtour rund um Baiersbronn. Der Zug fährt am Samstag, 20. Juli, ab Ludwigshafen über Mannheim, Bruchsal, Karlsruhe und Rastatt (Abfahrt 9.21 Uhr) ins Murgtal. Weitere Stationen sind: Kuppenheim (9.26 Uhr), Gaggenau (9.33 Uhr), Gernsbach (9.41 Uhr), Weisenbach (9.50 Uhr) und Gausbach (9.58 Uhr). Von dort werden Ausflügler mit dem Bus zum Start der Wanderungen in Hundsbach gebracht. Begleitet von einem Nationalpark-Guide, führen sie über den Hohen Ochsenkopf nach Herrenwies.

Biker können über Raumünzach (10.04 Uhr) und Schönmünzach (10.10 Uhr) bis nach Baiersbronn (Ankunft 10.22 Uhr) weiterfahren. Dort beginnt die geführte Radtour über das Tonbachtal und den Huzenbacher See nach Schönmünzach. Sie ist 24 Kilometer lang und hat rund 1 100 Höhenmeter. Eine Anmeldung für den Nationalpark-Express unter Telefon (0 74 49) 9 29 98 44 ist erforderlich. Die Radmitnahme ist kostenlos.

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VOLL IM TREND: Immer mehr Menschen erkunden die Natur auf dem Fahrradsattel. Auch sie sollen mit dem Nationalpark-Express angesprochen werden. Foto: pr

„Der Radexpress ist ein Erfolgsmodell“, findet der Baiersbronner Tourismusdirektor Patrick Schreib. Mit dem neuen Angebot wolle man zeigen, „dass Besucher mit der S-Bahn bequem in den Nationalpark kommen können.“ Thomas Hudeczek, in Forbach mit der Organisation des Aktionstages betraut, kündigt an: „Wir wollen unser Wanderpublikum erweitern.“ Auf Messen habe er festgestellt, dass der Gedanke, auch von weiter her ohne Auto den Nationalpark zu besuchen, „noch nicht in den Köpfen angekommen“ sei.

Die Premiere ist zunächst nur ein Testballon, doch dabei muss es nicht bleiben: Bei guter Resonanz wolle man das Angebot in den kommenden Jahren etablieren. „Ich kann mir vorstellen, dass der Nationalpark-Express künftig ein- bis zweimal jährlich fährt“, erklärt Hudeczek, betont aber: „Er muss natürlich auch angenommen werden.“ Ein Problem sei die Distanz zwischen den Haltestellen in Forbach und den Ausgangspunkten der Wanderungen. „Wir müssen überlegen, ob wir dauerhaft einen Bustransfer anbieten können.“ Der Anstoß zum Nationalpark-Express kam vom Gaggenauer Arbeitskreis Tourismus/Freizeit. Man habe die Idee bereits 2017 der Ferienregion Im Tal der Murg vorgestellt, erklärt Sprecher Manfred Vogt: „Der Beschluss fiel im Oktober 2018.“ Bei dem Projekt sitzen neben den Murgtal-Gemeinden auch die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und die Deutsche Bahn Regio Mannheim mit im Boot.

An der Ausstrahlungskraft des Nationalparks zweifeln die Beteiligten nicht. „Allein der Name sorgt für Aufmerksamkeit“, ist Patrick Schreib überzeugt. Thomas Hudeczek berichtet von steigenden Übernachtungszahlen in Forbach: „Ob das am Nationalpark liegt, wissen wir nicht. Aber klar ist: Man wird häufig auf ihn angesprochen.“ Mit der Eröffnung der Besucherzentren am Ruhestein und in Herrenwies – dort wird der Rossstall umgebaut – könne das zweigeteilte Schutzgebiet ein noch größerer Publikumsmagnet werden.

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