Flugzeugabsturz am Bernstein am 1. November 1945

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Gedenkstein im Bereich Bernstein und in der Nähe vom Grenzweg aufgestellt. Eine traurige Geschichte lebt wieder auf mit der sehr informativen Gedenktafel, die im Stein integriert wurde. Gebrüder Peter und Roland Bittmann aus Michelbach sind die Initiatoren. Foto: Roland Bittmann

Text auf der Tafel von Peter Bittmann

Zur Erinnerung an die Tragödie am Bernstein

Unterhalb dieser Stelle zerschellte am 1. November 1945, kurz nach Kriegsende, ein Flugzeug. Beim schwersten Flugunfall, welcher sich je in unserer Region ereignete,verloren 26 amerikanische Militärangehörige ihr Leben. Das Flugzeug war ein Verkehrsflugzeug Douglas C-47 (DC3) als Militärversion. Ein Jahr zuvor wurde es in Dienst gestellt und nahm als Fallschirmtruppentransporter am "D-Day", der Normandie- Invasion teil. Es bot Platz für bis zu 32 Personen und wurde während der Berliner Luftbrücke auch als "Rosinenbomber" bekannt. Am Tag des Unfalls waren 4 Besatzungsmitglieder und 26 U.S. Air Force Soldaten an Bord. Diese hatten in London Urlaub gemacht und sollten zurück zu ihren Einheiten auf den Luftwaffenstützpunkt Oberschleißheim bei München. Trotz schlechtem Wetter über dem Festland, entschieden sich der 23-jährige Pilot und sein 22-jähriger Navigator für den Flug. Kurz nach dem Start musste der Pilot wegen starker Bewölkung über die Wolkendecke steigen und den Flug mittels Instrumenten fortsetzen. Den Berechnungen des Navigators zufolge, sollte nach 3 Stunden Flug ein Punkt bei Augsburg erreicht sein, wo der Pilot unter die Wolkendecke absteigen und mittels Bodensichtorientierung mit dem Landeanflug beginnen konnte. Wegen starkem Gegenwind wurde die errechnete Position um mehr als 200 km verfehlt. Demnach wurde die Wolkendecke nördlich von Karlsruhe unterschritten und der Navigator verlor die Orientierung. In südwestlicher Richtung folgte man dem Rhein, bis bei Wintersdorf eine 90 Grad Korrektur auf den ursprünglichen Kurs in Richtung München erfolgte. Die DC3 steuerte somit direkt auf den 693 Meter hohen Bernstein zu. Pilot und Navigator versuchten weiterhin aus niedriger Höhe die korrekte Position zu bestimmen, was durch aufkommendem Nebel immer schwieriger wurde. Trotz des dichten Nebels war die Silhouette des Flugzeugs beim Flug über Michelbach zu erkennen. Gegen 16:30 Uhr zerschellte das Flugzeug in 620 Meter Höhe, wo es in mehrere Teile zerbrach und nach Explosionen in Flammen aufging. Viele Opfer starben, weil Hilfe zu spät kam. Dass vier Stunden nach dem Unfall überhaupt Hilfe eintraf, ist drei Überlebenden zu verdanken, die sich trotz schwerster Verletzungen auf den Weg nach Sulzbach und Bernbach machten. Um dieses Ereignis rankten sich bisher nur Gerüchte und es geriet schließlich in Vergessenheit.

Zur Erinnerung an diese Tragödie haben Peter und Roland Bittmann aus Michelbach diesen Stein geschaffen. Durch Mithilfe des Heimatforschers Günter Braun, aus Oberschleißheim, war die vollständige Rekonstruktion des Unfalls möglich.

November 2020

Dorfführung in Michelbach wieder ein Erfolg

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Dorfführung in Michelbach und deftiges Schwarzwaldvesper beim Heimatverein Michelbach. Fotos: U. Höflein, Dr. W. Seiter

Bernhard Kunz hatte die Leitung.zwei stunden an historischen Gebäuden vorbei und ein schöner Vesperabschluss in der Heimatstube vom Heimatverein bei einem michelbacher Vesper. (mavo)

„Gaggenauer Geschichten Garten" kommt gut an

 GaWo Nr. 25/2021 24.Juni 2021

Endlich wurde es wahr: Nach den Unwägbarkeiten der vergangenen Wochen öffnete der „Gaggenauer Geschichten Garten" am Samstag erstmals seine Pforten. Der „Gaggenauer Geschichten Garten" ist ein Projekt des Arbeitskreises Tourismus-Freizeit (AKTF) mit der Erzählerin Mara. Im Verlauf der Sommerwochen werden an verschiedenen Orten in Gaggenau die Menschen eingeladen, zu verweilen, Geschichten zu lauschen und eine anregende Zeit miteinander zu verbringen. Ob aus dem Projekt eine Institution wird? Treffpunkt war die große, frisch gemähte Wiese im Kurpark Bad Rotenfels. Dort fanden sich im Schatten unter dem alten Baumbestand pünktlich um 18 Uhr etwa 35 Interessierte mit ihren mitgebrachten Sitzgelegenheiten ein. Dank Luca-App und Unterschriftsliste erfolgte eine problemlose Erfassung der Kontaktdaten. Nach den Grußworten von Marianne Müller vom AKFT freuten sich die Akteurinnen der Gruppe ,,Märchen und Musik" (Geschichten: Dagmar Konermann / Mara, Musik: Bärbel Gutsehe, Andrea Maisch) über die Premiere ihres Programms „Der Märchenbaum" zu diesem besonderen Anlass und in diesem besonderen Ambiente. Das Programm erzählt von einem unglücklichen König, der im Verlauf der gelungenen arrangierten Musikstücke und Geschichten herausfindet, was wirklich zählt im Leben und dann wieder froh und heiter auf eine neue Zeit blickt. Die Darbietung fesselte die vorwiegend weiblichen Gäste. Man war sich einig in der Frage: Wann wird es den nächsten Ausflug in diese Welt der Musik und Geschichten geben?

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Erfolgreiche Veranstaltung im Kurpark. Foto: Gustav Konermann