Erlebnis

Geschichtsstunde auf zwei Rädern

BNN 20.08.2018

Radwandergruppe auf der „Tour de Murg – historisch“ / Fahrt durch reizvolle Landschaft 

Gernsbach (sd). Entspannt lässt die Radlertruppe mit verzückten Gesichtern es einfach rollen. Vorab, gut sichtbar im gelben Trikot, gibt Frank Eisold Handzeichen zum Halt. Rund 37 Kilometer liegen hinter der 40-köpfigen Radwandergruppe, die an der geführten Radwanderung „Tour de Murg – historisch“ von Freudenstadt bis zur Radfahrer- kirche in Hörden teilnahmen, die vom AK Tourismus Gaggenau veranstaltet wurde.

„Die gedeckte Holzbrücke in Forbach ist die einzige freitragende und zugleich größte Holzbrücke Europas“, deutete der Tourenführer auf das 200 Jahre alte historische Wahrzeichen von Forbach, lenkte den Blick auf die St. Johanneskirche und das Krankenhaus, erwähnte die Stromerzeugung im Rudolf-Fettweis Werk und schwärmte vom einzigartigen Sonnenuntergang bei den Giersteinen in Bermersbach sowie von den malerischen Heuhütten in Langenbrand, die einst Einwanderer aus Tirol zur Futtereinlagerung angelegt hatten. Eisold fütterte die Radler mit vielen Informationen zur Vergangenheit der Sehenswürdigkeiten rund um die Radstrecke, die er zudem mit vergnüglichen Anekdoten würzte. Andrea Scheffner und Ulrike Hipp aus Wiesloch sind begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft, die es bei der gut organisierten Tour mit ihren vielen Stopps zu entdecken gibt. „Bei der Touristinfo in Baiersbronn wurden wir zu einem kleinen Umdruck mit Snacks erwartet“, erzählten die Frauen im BNN-Gespräch freudig.

BNN20082018

DIE „TOUR DE MURG“ kam bei den Teilnehmern der Ausfahrt am Wochenende hervorragend an. Unterwegs lieferte Tourenführer Frank Eisold (gelbes Trikot) geschichtliche Informationen zu Bauwerken und Wahrzeichen des Murgtals. Foto: sd

Brigitte Maier aus Karlsruhe schwärmte von der zehn Kilometer langen Abfahrt durch die mit Granitplatten durchsetze Waldschlucht entlang der wildromantischen Murg, bei der es mit einem Gefälle bis zu 3,3 Prozent einfach nur bergab ging. Es ist ein richtig schöner Familienausflug, lobt die Karlsruherin, die mit Eltern und Sohn bei der Tour dabei ist. Michael Trommelsdorf aus Freudenstadt kennt die Tour de Murg wie seine Westentasche, die fährt er nämlich etwa 15-mal pro Jahr. Auch die beiden geführten historischen Touren wie auch die Kirchentour, hat er dieses Jahr schon mitgemacht. Es ist besonders der Zusammenhalt in der Gruppe und der Austausch über die Gegend mit Menschen, die man sonst nie treffen würde, die für ihn den besonderen Reiz der Radwanderung ausmacht.

Dem Gernsbacher Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel samt seiner Familie hat es das touristische Kleinod im Nordschwarzwald angetan. Die Führung in der Erzgrube „Untere Sophia“ aus dem 16. Jahrhundert in Friedrichstal, ist bisher sein persönlicher Höhepunkt auf der Strecke.

Für den ehrenamtlichen Tourenbegleiter Eisold ist das Murgtal mit seinen Seitentälern und 48 Zuflüssen einer der schönsten Täler in Deutschland. „Die Murg ist lieblich und wild zugleich“. Dass alle wohlbehalten am Ziel ankommen hat oberste Priorität beim Tourenteam, bestehend aus Frank Rieger, Andreas Minister und Martin Dörfuss. Mit von der Partie ist auch Roland Büchel von der DB Regio, der dafür gesorgt hat, dass der Drei-Löwen-Takt-Radexpress nach Freudenstadt ausnahmsweise auch samstags fährt. In der Zehntscheuer erwartet die Teilnehmer schließlich noch Kaffee und Kuchen.

Badische Neusten Nachrichten

Kreistagssitzung auf dem Fahrradsattel

BNN 21.06.2018

Kommunalpolitische Radtour durch das Murgtal Radwegbrücken-Bau könnte 2020 beginnen

Von BNN Mitarbeiter Joachim Kocher

Gaggenau / Forbach. Eine Premiere stand beim Kreistag am Dienstag mit einer Radtour entlang der Murg auf dem Programm. Sie führte von Raumünzach bis nach Bad Rotenfels. Relativ glimpflich verlief bei der Tour ein Sturz von Landrat Jürgen Bäuerle, bei dem sich der Landkreischef jedoch einige Schürfwunden zuzog und nach kurzem Halt die Tour fortsetzen konnte.

krt20180619Zwischenstopps legten die Bürgervertreter in Weisenbach und Gernsbach ein, wo sie Informationen zur Tour de Murg und der Touristik-Infrastruktur des Murgtals erhielten. Wie Bäuerle betonte, wolle man Exkursionen auf dem Fahrrad auch künftig unternehmen. In Raumünzach wurden die Kreisräte zunächst durch Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke begrüßt. Sie sprach die Strecke der Tour de Murg zwischen Gausbach und Langenbrand an und wies auf notwendige Verbesserungen hin. Auch beim Zwischenstopp an der Heimatstube in Weisenbach ging es um die Tour de Murg. Die 67 Kilometer lange Tour sei unter den zahlreichen Radwanderwegen im Nordschwarzwald ein Höhepunkt, betonte Dezernent Claus Haberecht: „Die Landschaft ist einzigartig.“ Mit der Stadtbahn könne man bequem Freudenstadt erreichen und entspannt durch das Murgtal abwärts nach Rastatt fahren. Nicht unerwähnt blieb der Radexpress „Murgtäler“, der „erfolgreichste in Baden-Württemberg“. Auf die Zertifizierung des Radwanderweges habe man bisher verzichtet. „Wir wollen zunächst die letzten Probleme lösen, wie beispielsweise in Gausbach und Baiersbronn.“

Weiterlesen: Kreistagssitzung auf dem Fahrradsattel