Drei Strecken rund um Michelbach

BT 16.10.2018

Vom Lindenplatz machen sich die Teilnehmer des Rundwegwandertags auf in die freie Natur

Von Regina Frammelsberger

Gaggenau - Zum elften Mal fand am Sonntag der Michelbacher Rundwegwandertag statt. Zu den 40 angemeldeten Teilnehmern gesellten sich noch mindestens 30 spontane Wanderfreunde, die vom sonnigen Spätsommerwetter angelockt wurden und sich vor Ort für eine der drei geführten Touren entscheiden konnten.

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Treffpunkt war der Lindenplatz, wo es zum Start einige "Schnupper-Flammenkuchen" vom Flammaurant "Zur Traube" gab. Als Vorsitzender der Rundweg-Freunde begrüßte Manfred Vogt alle Anwesenden. Besonders freute er sich über Besucher aus Gernsbach, Au am Rhein und Grünwettersbach, aber auch über die große Anzahl Einheimischer.

Nun konnte jeder entscheiden, auf welche Art er Michelbach erleben wollte: Etwa ein Dutzend entschied sich für die Wanderung mit Schwarzwald-Guide Rainer Schulz. Der ehemalige Forstwirt bot seiner Gruppe auf dem Weg zum Tirolerbrunnen Informationen zu den wichtigsten Bäumen und Kräutern der Region, die am Wegrand des Michelbacher Rundwegs zu finden sind.

Auf einer acht Kilometer langen Strecke durch die "romantischen Wälder unserer Heimat" vermittelte er den Teilnehmern mit erstaunlichem Fachwissen ein Gefühl für die Natur, die es zu schätzen und zu schützen gelte. Bei ihrem Abschluss im Biergarten des Gasthauses "Engel" traf die Gruppe auch auf die 35 Wanderer der zweiten Tour.

Diese hatten ihre ebenfalls acht Kilometer lange Strecke in anderer Richtung gestartet. Frank Rieger bot seiner Gruppe auch einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt. Denn "um Michelbach herum wäre es nicht so schön, wenn wir die Weidetierhalter nicht hätten". Beim Schafhof von Roland Rieger erklärte der Wanderführer die Bedeutung der Tierhalter für die Landwirtschaft und ergänzte seine Ausführungen bei Achim Benz und seinen Rindern.

Mit 88 Jahrenauf Wandertour

Mit 88 Jahren marschierte Angela Detscher als älteste Teilnehmerin leichtfüßig inmitten der Gruppe. An mehreren "Boxenstopps" samt "Scheunenfest" bei Schäfer Peter Springmann konnten die Wanderfreunde ihren Durst stillen und die Natur genießen.

Besondere Aussichtspunkte bekam die etwa 20-köpfige Wandergruppe um Harald Wolf geboten. Sie startete entlang des Michelbachs, bevor sie den Rundweg in Richtung Sulzbach nahm. Über die Michelbacher Steinbrüche ging es weiter zu den alten Kohlwiesen, wo die Anstrengung mit bester Sicht belohnt wurde. Am Tirolerbrunnen stärkten sich die Wanderer in freier Natur mit ihrem Vesper und freuten sich über frische Getränken. Zu den Glanzlichtern der anspruchsvollen Strecke zählten die Entdeckung eines Dachsbaus und Spuren von Wanderfalken. Die 16 Kilometer umfassende Tour endete beim Naturfreundehaus.

Wer den Fragebogen zum Dorf-Quiz ausgefüllt hatte, hoffte nun auf eine glückliche Auslosung und den Gewinn von gespendeten Sachpreisen. Doch auch ohne Preis waren die Teilnehmer sehr zufrieden und lobten die stets gute Organisation. Anerkennende Worte gab es auch für die ausgebesserten Wege und die neuen Sitzbänke an den freigeschnittenen Aussichtsplätzen. Am letzten Freitag im Februar findet mit dem Winterwandertag das nächste "Naturerlebnis Michelbach" statt. Manfred Vogt wünscht sich dafür die Teilnahme eines Vertreters aus der Ortsverwaltung und plant den Zugewinn junger Familien.

RundwegFreunde Michelbach

Badisches Tagblatt

„Auf den Spuren des seligen Bernhard“ - Bürgerwanderung auf dem Chaisenweg

Der Arbeitskreis Tourismus und Freizeit Gaggenau und die Katholische Pfarrgemeinde in Bad Rotenfels veranstalteten am Sonntag, den 30. September eine Bürgerwanderung auf dem Chaisenweg von Bad Rotenfels nach Baden-Baden. Die Veranstaltung stand diesmal erstmals unter dem Motto: „Auf den Spuren des seligen Bernhard“. Wanderführer waren Bodo Krohn und Roland Hirth, die eine Gruppe von ca. 30 Personen führten.

ak30092018Als besonderer Ehrengast konnte Roland Hirth in Vertretung des Arbeitskreis Tourismus- Freizeit Frau Margret Mergen, Oberbürgermeisterin der Stadt Baden-Baden in der Kirche St. Laurentius in Bad Rotenfels begrüßen. In ihren Worten hielt sie Rückblick über den „Seligen Bernhard“, dem Sohn des damaligen Markgrafen von Baden, der auf seiner Reise durch Italien einst in der Stadt Moncalieri, der heutigen Partnerstadt von Baden-Baden, an der Pest gestorben war und dort heute noch sehr verehrt wird. Sie war sehr erfreut, dass die Verbindung zwischen Baden- Baden und Gaggenau über den AK Tourismus- Freizeit jetzt mit dieser Pilgerwanderung ausgeweitet wird.

Holger Stahlberger vom Pfarrgemeinderat begrüßte die Wandergruppe und gab einen Einblick in die Geschichte der Pfarrkirche von Rotenfels, danach berichtete Roland Hirth kurz über den im Hochaltar dargestellten „Seligen Bernhard“. Bevor sich die Wanderer auf den Weg machten, erteilte Pfarrer Frank den Wandersegen.

Die Route verlief zunächst durch den Kurpark, vorbei am Schloss Rotenfels. An der Schweinslachhütte wurde ein kurzer Stopp eingelegt und Roland Hirth gab weitere Infos zur früheren Weltgeschichte und den vielen prominenten Gästen, die nach Baden-Baden und über den Chaisenweg nach Rotenfels gekommen waren.

Nach einer Stunde erreichte die Gruppe die Kellersbildhütte, wo sie von Marianne Müller begrüßt wurden. Dort warteten bereits Ursel und Fritz Schneider von der Winkler Dorfgemeinschaft mit Brezeln, Wasser und Winkler Schnäpsen auf. Nachdem sich alle gestärkt hatten, informierte Marianne Müller über diese im 19. Jhd. so wichtigen Chaisenstraße, der einstmals einzigen Verbindung zwischen Baden-Baden u. Rotenfels. Vertreter des Europäischen Adels sowie des gehobenen Bürgertums reisten damals mit ihren Chaisen von Baden-Baden nach Rotenfels um in der Elisabethenquelle zu kuren und bei dieser Gelegenheit Markgraf Wilhelm einen Besuch abzustatten. Von der Kellersbildhütte wusste Frau Müller zu berichten, dass an diesem Ort der Sage nach um 1480 ein Junker Namens Keller unter geheimnisvollen Umständen zu Tode kam, nachdem ihm mehrmals eine Frau begegnete, die jedes Mal in geheimnisvolle Weise wieder im Nebel verschwand.

Schließlich wurde die Wanderung fortgesetzt und nach einer halben Stunde wurde das Ziel, die imposante Bernharduskirche erreicht. Frau Scheuermann von der dortigen Pfarrgemeinde informierte über die Geschichte dieses großen, wunderschönen Sakralbaus. Den Abschluss der Wander-Pilgertour war ein weiter Höhepunkt durch den Leiter der SE Gaggenau, Pfarrer Tobias Merz mit einem besonderen geschichtlichen Wortgottesdienst. Ein kurzer Stadtbummel schloss sich an und mit der Rückfahrt mit dem Linienbus der Stadtwerke Baden- Baden gings zurück nach Gaggenau.

Ein erlebnisreicher Tag mit viele Eindrücken und Lob an die Veranstalter und dem Wunsche, die Chaisenwegwanderung in 2019 fortzusetzen evtl. zum Alten Schloss Baden- Baden.

Marianne Müller