Neuauflage eines heimatgeschichtlichen Standardwerkes

Die Flößerei, der Amalienberg und die Glashütte anno 1800

Wer sich für die Geschichte des Murgtals interessiert, dem begegnet immer wieder das bereits im Jahr 1800 erschienene Buch „Das Murgthal – insbesondere in Hinsicht auf Naturgeschichte und Statistik“. Geschrieben hat es der Forstmann Karl Friedrich Viktor Jägerschmid, der sich zuvor einige Jahre im Murgtal aufhielt und seine interessanten Beobachtungen niederschrieb. Auf über 200 Seiten stellt er das Murgtal vom Ausfluss der drei Quellen am Kniebis bis zur Mündung der Murg in den Rhein vor. Davon auf 23 Seiten Hörden, Gaggenau und Rotenfels. Jetzt ist eine Neuauflage erschienen.

ak06012022Vorstellung Neuauflage "Das Murgthal" von Jägerschmid. Foto: Michael Wessel

Jägerschmid nimmt seine Leser mit auf eine gedankliche Wanderung „von 15 Stunden“ durch das Tal und beschreibt dabei, was ihm jeweils in den einzelnen Ortschaften bemerkenswert erschien, wie sie entstanden, wie viele „Seelen“ dort leben, wie viel Vieh sie haben, welcher Beschäftigung sie überwiegend nachgehen. So erfahren wir gleich zu Beginn, dass vor Baiersbronn nach dem Zusammenkommen der Roth- und Weismurg mit dem Forbach der noch kleine Fluss den Namen Murg annimmt.

Als Forstmann schildert Jägerschmid ganz ausführlich, wie unterschiedlich fachmännisch der Wald im Murgtal bewirtschaftet und wie das geschlagene Holz zu den Schwallungen transportiert wird. Die Flößerei und die Sägewerke im Murgtal beschreibt er besonders ausführlich. Und natürlich den Holzhandel durch die Murgschifferschaft und andere Gesellschaften in der Nachbarschaft.

Nach einer Vorstellung von Hörden, „einem artigen Ort worinn sechshundert Seelen leben“, die sich neben dem Acker- und Weinbau „mit der Flözerei abgeben“ und Ottenau würdigt Jägerschmid, dass Anton Rindeschwender den Amalienberg urbar gemacht hat.

Jägerschmid beschreibt dann das Görgersche Hammerwerk, eine Keimzelle der Gaggenauer Industrie, und voller Bewunderung die weitere Lebensleistung des Gaggenauer Oberschultheißen Anton Rindeschwender, wozu auch die Gaggenauer Glasfabrik gehört. Sie wird ausführlich vorgestellt. In Rotenfels beeindruckt ihn insbesondere das von „Herrn Oberforstmeister Freyherr von Drais eingerichtete Nutzholzmagazin“, dem er daher zehn Seiten widmet.

Soweit ein kleiner Einblick in den Nachdruck des Werkes von Jägerschmid aus dem Jahr 1800.

Dem Hobby-Heimatforscher Michael Wessel war es ein Anliegen, dass dieses wertvolle heimatgeschichtliche Werk wieder einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht wird, und dafür fand er mit Dieter Piduch, Druck und Verlag Badner-Buch, einen Mitstreiter. Um sicher zu sein, dass es auch jüngeren Lesern leichtfällt, die Ausführungen von Jägerschmid zu lesen, wurde der ursprünglich in Fraktur gehaltene Text aufwändig in einem modernen gut lesbarem Schrifttyp gesetzt. Unterstützung fanden die beiden beim Zweckverband „Im Tal der Murg“, und daher ziert deren Logo auch den Titel der Neuerscheinung, die jetzt gerade noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest erschienen ist.

Erhältlich ist der Nachdruck „Das Murgthal“ von Karl Friedrich Viktor Jägerschmid für 18,90 Euro in der Bücherstube Katz in Gernsbach, in der Buchhandlung Bücherwurm in Gaggenau sowie im Unimog-Museum.

Teil einer Reihe

Piduch und Wessel haben eine Schriftenreihe „Liebenswertes Murgtal“ konzipiert. Darin sollen längst vergriffene Heimatbücher wieder einem breiteren Leserkreis zugänglich gemacht werden. Ein Buch der Eisenwerke Gaggenau von 1891 oder das Heimatbuch zur Eingemeindung von Ottenau aus dem Jahr 1935 sind bereits erschienen. In dieser Reihe fanden auch Neuerscheinungen wie die drei Bände mit „Gaggenauer G’schichten“ von Jürgen Oesterle  oder „Die Ebersteiner“ von Cornelia Zorn erfreulicherweise großes Interesse und sind daher weitgehend vergriffen. Alle diese Veröffentlichungen werden jedoch im ersten Halbjahr 2022 wieder nachgedruckt.

Kontakt: Michael Wessel Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

AKTF Weihnachtsbrief 2021

Liebe AK Freunde – Freundinnen

Die Tage laufen und der Jahreswechsel steht bevor. Unser  Weihnachtsbrief  „Ein starkes Team“  übermittelt fröhliche Festtage und  besinnliche Gedanken in dieser Zeit. Adventliche Grüße und beste Gesundheit ist das wertvollste Gut.

In herzlicher Verbundenheit,

Euer

Josef, Bernd und Manfred
und das ganze Team des AKTF

Link zum AKTF Weihnachtsbrief 2021